Angekommen

Die Idee der genreüberschreitenden Performance  – sie ist angekommen. Christiane Joost-Plate hat mit ihrem Konzept überzeugt, Tanz, Lyrik und Musik inklusiv zueinander zu bringen. In der jeweils fast ausverkauften Marktkirche konnte das Publikum an 2 Abenden intensiv erleben, wie das Trennende, das Ausgegrenztsein und das Fremde mit der Körper- und Bewegungssprache der Tänzerinnen und Tänzer, mit der sie die Musik der Pastorale von Beethoven und die Improvisationen der Gruppe BlueScreen interpretierten, überwunden wurde. Auf der in der Marktkirche zentral platzierten Tanzbühne wechselte das Kammerballett Hamburg unter der Leitung ihres Choreographen Edvin Revazov so mühelos wie tief beeindruckend zwischen eher klassischer Tanzsprache zu Beethovens sinfonischer Musik und improvisiertem Ausdruckstanz zu den sphärischen und mystischen Klängen der Gruppe BlueScreen unter ihrem Leiter Jochen Fried. Verbunden wurden die Elemente durch lyrische Texte, eindringlich vorgetragen von Laetitia Mazzotti. Martin Lill führte die Musizierenden der Hannoverschen Orchestervereinigung einfühlsam, sicher und präzise durch die Kontraste in der Pastorale von Beethoven zwischen ländlicher Idylle, geselligem Frohsinn und überbordender Naturgewalt, die schließlich in tiefer Dankbarkeit und Frieden ausklingen. Ein großer Spannungsbogen, an dessen Ende alle Akteure und das begeistert applaudierende Publikum des Abends im berührenden Miteinander angekommen sind. Ein Glück!

Helge Amtenbrink

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