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Dienstag, 2. Dezember 2003
Frisch, charmant, bezaubernd: Dieses Konzert bleibt unvergessen Foto
Von Nicole Schreiber
Polizeichöre Hameln und Nürnberg sangen / Orchester aus Hannover
Sie wollten mittels zauberhafter Musik aus dem grauen Alltag entführen, und das gelang den Polizeichören Hameln und Nürnberg sowie der Hannoverschen Orchestervereinigung wieder einmal hervorragend. In Oper, Operette, Musical oder Volksliedern fühlten sich die Hamelner gleichermaßen zu Hause und sangen sich sicher durch jeden Bereich der Musikwelt. Dabei stellten sie ihr alles andere als laienhaftes Potenzial erneut durch hohe Präsenz und Lebendigkeit unter Beweis.
Doch der Hamelner Polizeichor bot auch optisch einen Genuss, als er sich zu Lortzings „Zar und Zimmermann" kurzweilig im ¾-Takt zu wiegen begann. In den solistischen Passagen dieser Oper bestach Heinz Maraun, der nicht nur mit voller Stimme, sondern auch mit Charme und Humor das Publikum eroberte. Es schlossen sich „Warum sollten wir nicht froh sein" und „Mädel komm und tanz" aus Smetanas „Die verkaufte Braut" voller Dynamik an, wobei die Sängerinnen und Sänger gerade auch die anspruchsvollen Passagen im Piano perfekt meisterten.
Mit den herausgearbeiteten Facetten der Liebe – mal frisch, mal verhalten, leicht melancholisch, forsch oder lieblich – des Liebeslieder-Walzers (op. 52) von Johannes Brahms entließen die Hamelner schließlich in die Pause.
Auch der Gastchor aus Nürnberg unter der Leitung von Pius Amberger beherrschte sein Repertoire und verzauberte mit vollen, kräftigen Männerstimmen. „Zauberflöte", der Jägerchor aus dem „Freischütz", populäre Filmmelodien von „Ein Freund, ein guter Freund" bis „Das gibt´s nur einmal" ließen Mitsummen und beim „Ich hätt´ getanzt heut´ Nacht" (My Fair Lady) schwelgen. Im zweiten Programmteil entführten die Hamelner dann in die Welt des Musicals von „Phantom der Oper" bis zu „Cats".
Melodien aus „Anatevka" und der „Die Fledermaus" folgten, bevor der Nürnberger Chor ein wunderschönes Weihnachtspaket aus vertrauten Liedern schnürte. Zum großen Finale vereint boten beide Chöre zusammen mit dem Orchester ein imposantes Arrangement von „Vom Himmel hoch" und „Stille, Nacht, heilige Nacht". Musikdirektor Wolfgang Maria Sieben hatte somit wieder ein Feuerwerk musikalischer Genüsse mit hochkarätiger Orchesterbegleitung inszeniert. Für den verbindenden roten Faden zwischen den Programmteilen sorgte gewohnt charmant und mit Esprit Kriminaldirektorin Heike Fischer. Selbstverständlich durften nach einem solchen Konzert die Chöre nicht ohne Zugabe die Bühne verlassen. (Dewezet)
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