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Dienstag, 23. März 2004
Fit im Alter
Jan Gottlieb Jiracek bei der Hannoverschen Orchestervereinigung
Es gibt nicht viele Klangkörper, die auf eine so lange Geschichte zurückblicken können. Die Hannoversche Orchestervereinigung feierte ihren 130. Geburtstag jedoch nicht mit großen Worten, sondern mit einem ambitionierten Festkonzert im voll besetzten Funkhaus Hannover. Nur das Beste war dafür gut genug: Beethovens 3. Symphonie und Wagners Ouvertüre zu den "Meistersingern" umrahmten das Klavierkonzert von Dvorak.
Ein wunderbares Geschenk hatte sich das Orchester selbst gemacht, indem es Jan Gottlieb Jiracek als Solisten engagierte. Der aus Hannover stammende Pianist ging Dvoraks effektvolles Werk mit Furor und Geschmack an. Mit lässiger Selbstverständlichkeit meisterte er alle pianistischen Schwierigkeiten und erzielte dabei ein bezwingendes Resultat: hier kraftvoll und reißerisch, dort so fein und zart, wie man es sich nur wünschen kann. Mit seinem rhythmisch prägnanten Spiel und unwiderstehlichen Schwung feuerte Jiracek auch das Orchester und seinen Dirigenten Heinz Bethmann an. Ihre präzise und engagierte Begleitung gipfelte in einen herrlich bombastischen Schluss.
Gegen solche Höchstleistung verblassten die beiden anderen orchestralen Prüfsteine zu Achtungserfolgen: Wagners schwelgerischer Ouvertüre fehlte nicht nur die hier so bedeutsame Tuba, sondern hin und wieder auch die klare Kontur. Und Beethovens wohlbekannte "Eroica" wurde in der etwas spannungsarmen Auf führung nicht immer höchsten Ansprüchen gerecht. Angesichts der enormen Schwierigkeiten, die beide Werke gerade einem Laienorchester abverlangen, musste man aber der souveränen Leistung der Orchestervereinigung höchsten Respekt zollen. Ihr hohes Alter merkt man dieser blühenden, zukunftsträchtigen Institution nicht an. STEFAN ARNDT (HAZ)
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