|
Montag, 23. März 2009
Funkelndes Duett
Die Hannoversche Orchestervereinigung im KWRG
Für versteckte Sinfonik ist die seit 1970 von Heinz Bethmann geleitete Hannoversche Orchestervereinigung eine gute Adresse.
Beim Frühlingskonzert im Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnäsium (KWRG) brillierte die Orchestervereinigung gleich mit zwei Raritäten.
Als Werk eines 18-Jährigen kündet Giacomo Puccinis "Preludio Sinfonico" vom geschmeidigen Melodienfluss des späteren Opernkomponisten.
Verwickelter ist die Geschichte von Edvard Griegs einziger Sinfonie. Der Norweger komponierte sie als 20-Jähriger, zog sie aber später zurück.
Im Manuskript findet sich sogar der Vermerk "Darf nicht aufgeführt werden", was aber weder Musiker noch Verleger daran hinderte, das Werk zu veröffentlichen.
Die Hannoversche Orchestervereinigung präsentierte Griegs viersätzige c-Moll-Sinfonie klangschön und balancierte Nuancen zwischen Bläsern und Streichern sorgfältig aus.
Dem mit Pauken und Trompeten lärmenden C-Dur-Schluss allerdings konnte das Orchester nicht entrinnen. Da bestätigen sich Griegs Vorbehalte.
Der zweite Teil des gut besuchten Abends galt dem Engagement hoffnungsvoller Solisten.
Der dem Laienorchester seit seinem zwölften Lebensjahr verbundene Geiger Andrej Bielow und der aus dem Szymanowski-Quartett bestens bekannte
Bratscher Vladimir Mykytka musizierten Mozarts "Sinfonia concertante". Sie warfen sich die Bälle elegant zu und konnten sich auf das aufmerksam
stützende Ensemble verlassen.
Liebhaber funkelnden Duettierens hatten ihr Vergnügen - auch in der zugegebenen Passacaglia von Händel-Halvorsen.
Ludolf Baucke (HAZ)
|