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Dienstag, 23. September 2003
Generation Wolf
Die Orchestervereinigung gibt ein Familienkonzert Plakat
Musikbegeisterte Kinder dürften derzeit in Niedersachsen gewisse Termin-Schwierigkeiten haben. Nachdem die "Niedersächsischen Musiktage" unter dem Thema "Kinder" stattfanden, meldete sich jetzt im Funkhaus auch die Hannoversche Orchestervereinigung mit einem Familienkonzert zu Wort. Das Programm hatte in sympathischer Weise für Kinder aller Altersstufen etwas "Bezauberndes" aus der Sagen- und Märchenwelt zu bieten. Dirigent Heinz Bethmann hatte die Musiker auf den Punkt vorbereitet und begann mit der Fanfare aus John Williams Filmmusik "Star Wars" Die klang hier allerdings so sehr nach Militärmarsch, als hätte Friedrich der Große diesen (Klang-) Krieg geführt. In Williams "Harry Potter"-Suite spielte das Orchester später schon wesentlich freier und überzeugender mit der Kinoklangwelt.
Durch die kindgerechte Moderation Rudolf Kriegers blieb das junge Publikum auch bei den Ausschnitten aus Griegs "Peer Gynt" gebannt auf seinen Plätzen, zumal die Orchestervereinigung nach einem etwas zu verzagten "Brautraub" facettenreich duftig Anitras Tanz darbot und es gleich darauf in der "Halle des Bergkönigs" so richtig krachen ließ. Gewohnt vielseitig zeigten sich auch die Sopranistin Dörte Blase und ihre Schwester Heidrun (Alt), die in dem für Kinder eher ungewohnten Belcanto-Duett "Alle piu care" aus Rossinis "Semiramide" genauso stimmsicher wie perfekt aufeinander eingespielt waren wie in den Ausschnitten aus Humperdincks "Hänsel und Gretel".
Nach der Pause überzeugte das Experiment, Paul Dukas "Zauberlehrling" mit Goethes Balladentext zu kombinieren, die der Sprechchor Hannover unter der Leitung von Engelberg Georg hinreißend klangmalerisch beisteuerte. Mit dem "Fischer" des Weimarer Dichterfürsten demonstrierte er anschließend, dass der Chor auch ohne symphonische Unterstützung Wassermassen klangstark und mitreißend zu bewegen versteht.
Durch das abwechslungsreiche Programm fiel dem Publikum das Warten auf den Wolf in Form von Prokofjews symphonischem Märchen dann auch nicht schwer. Mit Pavel Jiracek hatte man einen klangfarbenreichen Sprecher gefunden, der mit der unvergleichlich humanistisch-humoristischen Loriot-Version des Textes nicht nur die Augen der Kinder zum Leuchten brachte. Die "Generation Wolf" war begeistert. STEFAN MAUß (HAZ)
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