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Hannover |
Montag, 15. Oktober 2007
Auf der Tonspur
Die Orchestervereinigung spielt Filmmusik
Wie mischt man Beliebtes ohne beliebig zu werden? Wie reiht man einen
Höhepunkt an den anderen? Die Hannoversche Orchestervereinigung zeigt, wie
es geht. "Film ab!" nannten Dirigent Heinz Bethmann und sein Orchester diese
Tat im voll besetzten Großen Sendesaal des Funkhauses Hannover. Was sich das
Orchester auch immer an Noten auf die Pulte legte, der Erfolg stellte sich
verlässlich ein. Natürlich halfen dabei Popularität und Erkennungswerte der
Titel. Doch das Beste war, wie sich die Orchestervereinigung präsentierte:
fit in allen Instrumentengruppen (mit teils sehr beachtlichen
Solobeiträgen), gewappnet mit melodischem Schmelz und rhythmischem Pep. Da
ertönten beispielsweise die "20th-Century-Fox-Fanfare", Themen aus "James
Bond" und "Miss Marple", "Der Pate" und "Fluch der Karibik". Natürlich
fehlten auch die Ohrwürmer aus "Schindler's Liste","Harry Potter" und
"Titanic" nicht.
Moderator Rudolf Krieger berichtete von Musik-Oscars und von den
immensen Verdienstmöglichkeiten in der Branche der Filmmusik. Recht
gewöhnungsbedürftig sang Gesangssolistin Christa Platzer "Cabaret" und "Over
the Rainbow", bevor sie dann mit "Big Spender" aus dem Film "Sweet Charity"
zu Recht punktete. Und Katharina Ahrend, Soloklarinettistin der Staatsoper,
machte mit dem bezaubernd gespielten langsamen Satz aus Mozarts
A-Dur-Klarinettenkonzert mal wieder beste Werbung für "Jenseits von Afrika".
Laut und leise, schmissig und verträumt: Wie immer sie spielten, Heinz
Bethmann und die Orchestervereinigung konnten sich über mangelnden Beifall
nicht beklagen. Und auch nicht über mangelndes Pfeifen im Publikum: Doch das
galt nicht ihnen, sondern bei den Zugaben der Melodie des
"River-Kwai-Marsches".
Günter Helms (HAZ)
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