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Am Pult ein neuer Dirigent
Die Hannoversche Orchestervereinigung von 1874 hat als leistungsfähiges Liebhaberorchester für Hannovers Musikleben seine besondere Bedeutung. Als ihr verdienstvoller und unvergessener Leiter Lutz Wilhelm vor einem Jahr starb, galt es den unter seiner Führung erreichten hohen Stand des Könnens zu bewahren.
Im wesentlichen scheint das gelungen, wie das von Heinz Bethmann geleitete Konzert im Kaiser-Wilhelm-Gymnasium erkennen ließ. Wie früher saßen an den Pulten neben den Musikfreunden einige Berufsmusiker, um zu stützen oder die Besetzung zu vervollständigen. Solch beispielhaftes Zusammenwirken fördert das Musizieren
eines Liebhaberorchesters beträchtlich.
Als Solist konnte für den Abend Werner Heutling gewonnen werden. Er spielte Mozarts Violinkonzert A-Dur mit bekanntem Feingefühl für Mozarts Stil. Kleine Unebenheiten in der Intonation fielen kaum ins Gewicht; die Linie "stimmte", und das Orchester begleitete unter Heinz Bethmanns aufmerksamer Führung beachtlich wendig. Bei kleinerer Besetzung wäre der Klang von selbst etwas schlanker geraten, aber in einem Liebhaberorchester kommt man ja nun einmal nicht zusammen, um zu pausieren.
Vorangegangen waren zwei Slawische Tänze von Dvorak (g-Moll op. 46,8 und e-Moll op. 72,2). Auf das Differenzieren im Vortrag legt der Dirigent merklich großen Wert, was zunächst noch zu einigen Überbetonungen führte. Ausgeglichener wirkte zum Abschluss da schon die Wiedergabe der 1. Symphonie von Beethoven. Fr. (HP)
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