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Hannover |
Sinfoniekonzert mit Hans Garvens
Sinfoniekonzerte, wie sie die Hannoversche Orchestervereinigung einmal im Jahr veranstaltet, möchte man im Musikleben unserer Stadt nicht mehr missen. Auch das Konzert am Sonntag im Beethovensaal zeigte einer großen Zuhörerschaft, wie weit es das idealistische Streben eines Laienorchesters bringen kann, wenn ein Fachmusiker vom Rang Lutz Wilhelms durch systematische Probenarbeit das Beste zu verwirklichen weiß, was unter den gegebenen Umständen möglich ist.
Es kann dabei nicht Aufgabe der Kritik sein, alles Mögliche anzukreiden. Die Musici dieses Orchesters sind alle kritisch genug, genau zu wissen, was an ihren Wiedergaben fehlt, fehlen muß, da sie ja nicht den Ehrgeiz haben, mit ihren Kollegen vom Fach in einen Wettstreit zu treten. Wir müssen froh und dankbar sein, daß es neben den Berufsorchestern solche Laienvereinigungen gibt, sie sich eine so liebenswerte Sinfonie wie die "Kleine C-Dur" von Schubert erarbeiten oder eine so liebenswürdig-heroische Musik wie eine Balletsuite des alten französischen Komponisten Gretry.
Zudem hatte es der Dirigent verstanden, durch die Heranziehung des Solisten Hans Garvens dem Konzert einen wesentlichen künstlerischen Anziehungspunkt zu verschaffen. Schade, daß sich dieser ausgezeichnete Geiger so selten in Hannover hören läßt. Die Art, wie er das Beethovensche Violinkonzert spielte, und wie Dirigent und Orchester ihm dabei folgten, war höchst einnehmend. Die innere Ruhe, mit der er über alle technischen Schwierigkeiten hinwegkam, seine beseelte Auffassung, sein rein und unforciert schwingender Geigenton, überhaupt seine überlegene geigerische Kultur standen in schönstem Einklang mit dem Werk. Die Zuhörer waren denn auch nicht wenig begeistert. E.Lt.
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