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Montag, 29. November 2010
Rosen zum Abschied
Die Hannoversche Orchestervereinigung ehrt ihren langjährigen Dirigenten Heinz Bethmann
Stilistische Vielfalt im weiten Feld von klassischer und nichtklassischer Musik, dazu die Förderung des künstlerischen Nachwuchses zählen
zu den Gütesiegeln der Hannoverschen Orchestervereinigung. Beide Eigenheiten prägten auch das Abschiedskonzert des seit vierzig Jahren
amtierenden Dirigenten Heinz Bethmann, der nun seinem Nachfolger Martin Lill ein auf rund 80 Aktive angewachsenes Ensemble mit einem
beachtlichen Potenzial übergibt. Im sehr gut besuchten großen NDR-Sendesaal herrschte drei Stunden lang ausnahmslos gute Laune.
Nicht wehmütige Abschiedsstimmung, sondern Gratulation von allen Seiten prägte das Geschehen. Zu den Gratulanten gehörte zuallererst
das zwischen Fledermaus-Ouvertüre von Johann Strauß und Finlandia von Jean Sibelius spielfreudig agierende, bei einer Melodienfolge
aus "Jesus Christ Superstar" oder einem filmischen Panorama aus "Fluch der Karibik" satt aufspielende Orchester. Jedes Orchestermitglied
dankte zum Abschied mit einer Rose, worauf Heinz Bethmann flugs den Dirigentenstab gegen eine Rose eintauschte.
Gratuliert wurde Heinz Bethmann aber auch von Solisten, Gästen und von der Moderatorin Viola Gebhardt.
Dabei erinnerte der Violoncellist Gottfried Roßner mit einem Dvorak-Rondo an Bethmanns Debüt am 10. Mai 1970, das mit zwei slawischen Tänzen begann.
Perfektes Solospiel auf zwei Ebenen servierten die Geigerin Agata Szymczewska und die Klarinettistin Katharina Arend.
Erstere füllte Beethovens F-Dur Romanze mit untadeligem Ausdruck, und die Klarinettistin färbte Artie Shaws Konzert mit fetziger Swinglaune.
Die Hannoversche Orchestervereinigung begleitete konzentriert und hatte genügend Reserven, vor der breitwandigen Finlandia-Dichtung auch
die Musical-Sängerin Bianca El-Mabrouk zu unterstützen.
Dirigent und Orchester durften sich entspannt zurücklehnen, als die Hannover Harmonists sowohl mit einer Rossini-Ouvertüre
als auch mit ausgewählten Beatles-Songs Kostproben kultivierten A-cappella-Gesangs servierten. Im berühmten "Yesterday" wurden die
Stimmen von den Instrumenten vortrefflich untermalt. Viel Jubel und Ovationen im Stehen.
Ludolf Baucke (HAZ)
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